Transformational prayer – Wenn Gebet der Seele Heilung schenkt

Kann Gebet Heilung schenken? Das wollte unsere Mitarbeiterin Nathalie herausfinden und hat sich zum Transformational Prayer Kurs angemeldet. Das hat sie dabei erlebt:

Mit großen Erwartungen hatte ich mich zum Grundkurs Transformational Prayer angemeldet. Dieser fand unter der Leitung eines Teams von CAMPUS FÜR CHRISTUS in Gießen statt. Transformational Prayer ist eine angeleitete Gebetsform, mit dem Ziel, unter der Führung des Heiligen Geistes innere Verletzungen, Blockaden oder hinderliche Glaubenssätze zu erkennen, sich von ihnen zu lösen und an ihrer Stelle Gottes Wahrheit persönlich anzunehmen. 

Die Motivation für diese Form des Gebets gründet im Bibelwort aus Lukas 4, 18-21. Dort erklärt Jesus, dass sich die Verheißung des Propheten Jesaja durch sein Kommen erfüllt: „Der Geist des Herrn ruht auf mir, denn er hat mich gesalbt, um den Armen die gute Botschaft zu verkünden. Er hat mich gesandt, Gefangenen zu verkünden, dass sie freigelassen werden, Blinden, dass sie sehen werden, Unterdrückten, dass sie befreit werden und dass die Zeit der Gnade des Herrn gekommen ist.“ Das war es, was ich mir sehnlichst wünschte: innere Freiheit erleben.

Ein Dreiergespräch

Neben gehaltvollen Referaten trafen wir uns an jedem Seminartag für zwei Stunden in Kleingruppen, um Transformational Prayer ganz praktisch zu erleben. Ein geschulter Moderator leitete dabei eine Person durch das Gebet, während die anderen Teilnehmenden die Zeit als stille geistliche Unterstützung begleiteten. Ziemlich aufgeregt ging ich schließlich in meine erste Gebetszeit als Empfangende. Ich spürte einen tiefen Schmerz über ein wiederkehrendes Muster in meinem Leben, von dem ich mich einfach nicht lösen konnte. Da war eine Kluft zwischen mir und Gott – und eine große Scham, die mich davon abhielt, ihm wirklich offen zu begegnen.

Man kann sich Transformational Prayer wie ein Dreiergespräch vorstellen: Eine Person bringt ein Anliegen mit. Der Moderator formuliert daraus eine Frage an Gott. Der Ratsuchende nimmt sich Zeit zum Wahrnehmen und teilt mit, welche Gedanken, Empfindungen oder Eindrücke ihm dabei kommen. Diese Eindrücke werden nicht diskutiert, sondern vom Moderator betend als Frage an Gott weitergegeben. Hier unterscheidet sich die Methode klar von einem Seelsorgegespräch: Die Zurückhaltung des Moderators ist der Schlüssel, damit der Ratsuchende Gott selbst begegnen kann.

Vom Kopf ins Herz

Als in meinem Glauben eher nüchtern-pietistisch geprägte Person hatte ich bislang nicht sehr viele Berührungspunkte mit hörendem Gebet. Entsprechend groß war mein Respekt: Würde ich wahrnehmen, wenn Gott spricht? Oder wären es nur meine eigenen Gedanken? Die Moderatorin begegnete meinen Zweifeln mit einem wertvollen Rat: „Man kann nicht gleichzeitig hören und prüfen.“ Das Prüfen darf hinterher in Ruhe geschehen – am Maßstab der Bibel.

Empathisch und sanft wurde ich angeleitet, meine Gefühle Gott hinzulegen. Ich konnte Vergebung für alte Verletzungen aussprechen und sie auch für mich selbst in Anspruch nehmen. Festgefahrene Lebenslügen konnte ich mit Gottes Hilfe widerrufen und seine Wahrheiten über mich lernen. Einen besonderen Schatz erhielt ich gegen Ende der Gebetssitzung. Ganz deutlich stiegen Worte in mir auf: Komm zu mir wie ein Kind. Ohne Schuld, Scham und Last. Ganz frei, fröhlich und lebendig. Das erinnerte mich an Jesu Worte in Matthäus 18,3. „Werdet wie die Kinder.“ Doch diesmal verstand ich: Diese Einladung gilt ganz persönlich mir. Ich darf die Tochter meines himmlischen Vaters sein. Lange hatte ich eine Distanz zu Gott gefühlt. Doch an diesem Tag lud er mich ein, ganz frei und unbeschwert sein Kind zu sein. Transformational Prayer hat bewirkt, dass längst bekannte Wahrheiten aus meinem Kopf endlich in mein Herz gewandert sind.

Erfüllt, befreit, geliebt

Nach dieser Gebetszeit fühle ich mich erfüllt vom Heiligen Geist, befreit und geliebt. Ich spüre wieder diese Verbindung, die lange Zeit verschüttet schien. Inzwischen besuche ich den Aufbaukurs und lerne dort, Transformational Prayer Gebetszeiten zu moderieren. Besonders entlastend finde ich: Nicht ich bin es, die Lösungen oder Antworten für mein Gegenüber bereithalten muss. Gott selbst spricht.

Hast du jetzt auch Feuer gefangen? 

Der nächste Grundkurs ist für Januar 2027 geplant. Weitere Infos findest du unter: https://campus-d.de/transformational-prayer

Nathalie S. – Mitarbeiterin creative.lab

 

Der CAMPUS report 2025 ist da! Erfahre, was wir als Evangeliumsbewegung im letzten Jahr erlebt haben, wirf einen Blick in unsere Ministrys und lass dich gemeinsam mit uns überraschen, wie vielfältig Gottes Wirken aussehen kann.

Unser Jahresbericht sieht dabei ein klein wenig anders aus, als du es vielleicht gewohnt bist. Bei uns erwarten dich keine Diagramme – dafür eine Menge Kurzgeschichten. Warum?

Als Non-Profit-Organisation sehen unsere Ziele etwas anders aus. Wir verfolgen keine großen Gewinnsummen, Boni oder Markt-Umsätze.
Erfolg ist für uns, wenn Menschenleben nachhaltig verändert wurden.
Für uns schmeckt Erfolg nach Versöhnung, Einheit, Aufatmen.
Erfolg ist, wenn innere Wunden Heilung erfahren, Hände über zwischenmenschliche Gräben reichen und Heimatlose Heimat finden.
Wenn Himmel und Erde sich berühren.
Erfolg bedeutet für uns, voller Staunen Gott bei seinem Wirken zu beobachten.
Aber ist das messbar? Nein. Das kann nur erzählt werden.

Genau deshalb erzählen wir in unserem Jahresbericht Geschichten. Wahre Geschichten von echten Menschen, in denen wir Gottes Handeln sehen dürfen. Und die uns immer wieder daran erinnern, warum wir tun, was wir tun.

Das möchtest du genauer wissen? Dann lies den CAMPUS report 2025 online oder bestelle den CAMPUS report zu dir nachhause.

Du möchtest das ganze Jahr über wissen, was wir als CAMPUS erleben? Dann abonniere unseren Email-Newsletter und bleibe immer up-to-date!

Wenn ein Mikrophon, Kopfhörer und ein Tennisschläger ins Lager vom Nürnberger HUB einziehen ist es wieder Zeit für eine Aufnahme. CAMPUS COLLECTIVE heißt eine der neusten Ideen von Campus für Christus und verbindet zwei tiefe Leidenschaften einiger Mitarbeitender: Musik und Jesus. Simon Taglauer und Daniela Hogger, das Leitungsteam von central arts Deutschland, erzählen von ihrem neuen Lieblingsprojekt und ihrer neusten Single.

Zum Anfang einmal ganz kurz zusammengefasst: Wer oder was ist CAMPUS COLLECTIVE?

CAMPUS COLLECTIVE ist das Lobpreis Kollektiv von Campus für Christus Deutschland. Unser gemeinsames Herz schlägt für handgemachten, authentischen Worship, der Menschen in die Gegenwart Gottes führt und Gemeinden konfessionsübergreifend verbindet.

Wieso dachte sich eine Evangeliumsbewegung: „Wir brauchen eine Band“? Was war die Vision dahinter?

Als Missionswerk war es uns wichtig, Themen, die uns bewegen (z. B. Missio Dei, Gottes Liebe zu reflektieren, Sendung) auch in Songs Ausdruck zu geben. Wir sind eine Community, die den Lebensstil der Anbetung lebt, und diese Lieder helfen und erinnern uns, Gott im Fokus unserer Tätigkeit zu behalten. 

Tatsächlich kam der Gedanke, ein Kollektiv zu gründen, erst, nachdem schon ein paar Songs entstanden waren. Rund um Flo und Jonny Stielper und uns, Daniela und Simon, ist dann daraus die Initiative von CAMPUS COLLECTIVE gestartet, getreu unserem CAMPUS-Wert „Wir machen’s einfach”. Wir haben damit das Ziel, auch Songs zu schreiben, die in Kirchen und Gemeinden in Deutschland gesungen werden und mit unserer Leidenschaft anstecken, Gottes Liebe in die Welt zu tragen.

Beschreibt doch einmal in euren Worten die Musik von CAMPUS COLLECTIVE.  

Wir haben uns bewusst nicht auf einen Stil oder Genre beschränkt, sondern wollen auf eine hoffnungsvolle, fröhliche und geist-erfüllte Weise die Botschaft des Evangeliums zum Klingen bringen. Wir wollen dazu beitragen, dass Gottes Reich auf dieser Welt sichtbar wird – durch kreative Anbetung, ehrliche Texte und Musik, die Herz und Himmel verbindet. 

Wie sieht eine typische Songwriting-Session von CAMPUS COLLECTIVE aus?

Picture this: ein Sofa, ein paar Snacks, eine Bibel und zwei Gitarren. Und der Wunsch, einfach einen guten (ok, natürlich auch bewegenden) Worship Song zu schreiben. Dann nehmen wir uns Zeit, auf den Heiligen Geist zu hören und lassen der Kreativität freien Lauf. Oder wir bringen ein Herzensthema mit, das endlich mal vertont werden will. Manchmal entsteht so ein Song direkt an einem Tag, wie bei „Sende mich”, manchmal ist es aber auch ein längerer kreativer Prozess. 

Nach eurem ersten Song „Sende mich“ habt ihr vor kurzem eure zweite Single „Durch deinen Geist“ released. Worum geht es in dem Lied?

Dieses Lied ist rund um den Bibelvers aus Sacharja 4,6 (EÜ) entstanden: „Nicht durch Macht, nicht durch Kraft, allein durch meinen Geist! – spricht der HERR der Heerscharen.” Einer unserer CAMPUS-Werte lautet: „Wir leben geisterfüllt”. Das wollten wir in diesem Song verpacken. 

Die Aussage im Chorus „Komm, weh!” ist ähnlich wie der Pfingsthymnus ein Ruf, bzw. Ausdruck einer Sehnsucht nach dem Heiligen Geist und seinem Wirken unter und durch uns. Wir dürfen singend erinnert werden, dass wir es nicht aus eigener Kraft schaffen müssen, sondern im Vertrauen auf den Heiligen Geist handeln dürfen. 

Habt ihr eine persönliche Lieblingsstelle und warum?

Im ersten Vers heißt es in einer Zeile: „Du sehnst dich nach Freunden, die aus Liebe dir folgen, die das Wehen deines Windes spüren”. Jesus sehnt sich nicht nur nach „Arbeitern” in seinem Reich, die ihm aus purem Pflichtgefühl heraus folgen, sondern nach Freunden, die sich von ihm geliebt wissen und dadurch ihn und andere lieben können. Wir wünschen uns und allen Nachfolgern Jesu, dass wir immer mehr aus dieser engen und vertrauten Beziehung mit Christus leben dürfen, denn nur dann können wir wirklich seine Liebe weitergeben. 

Was wünscht ihr euch, mit dem Song auszulösen?

Wir träumen davon, dass wir als Gesandte an Christi statt  so vom Geist Gottes erfüllt sind, dass er durch uns die verschiedenen Bereiche der Gesellschaft und auch unser persönliches  Umfeld durchströmen kann. Erst durch seine Präsenz und sein Wirken wird auch die örtliche Kirchengemeinde zu einem lebendigen Ort, wo Menschen Gott begegnen und dadurch verändert werden. Unser Gebet ist, dass durch diesen Song der Heilige Geist noch mehr Einzug findet in unser persönliches Leben und auch in unseren Gemeinden.

Wo kann man eure Musik hören und/oder kaufen?

Unsere Musik ist bei allen Streaming Plattformen, wie Spotify, Apple Music, Youtube  oder iTunes verfügbar. Gerne kann man natürlich auch Campus für Christus mit einer Spende unterstützen, damit wir unsere Arbeit mit CAMPUS COLLECTIVE weiter voranbringen können. 

Gibt es die Möglichkeit, euch live zu erleben?

Spätestens auf der REFLECT 27 und wenn ihr uns vorher gerne buchen wollt für eure Veranstaltung, dann schreibt  gerne eine Mail an collective@campus-d.de

 

Mitch K. – Mitarbeiterin creative lab

 

CAMPUS COLLECTIVE – Durch deinen Geist Lyrics

Vers 1
Du bist auf der Suche nach offenen Herzen
Die in Erwartung auf dein Reden hören
Du sehnst dich nach Freunden
Die aus Liebe dir folgen
Die das Wehen deines Windes spüren

Chorus 1
Komm, weh
Hauch du neues Leben ein
Wunder werden Wirklichkeit
Komm, weh
Wir wollen dein Reich kommen sehen
Durch deinen Geist soll es geschehen

Vers 2
Meine Agenda und all meine Pläne
Geb ich voll Vertrauen an dich ab
Auch wenn ich begrenzt bin
Bleibt dein Wirken beständig
In meiner Schwachheit zeigt sich deine Kraft

Bridge 1
Dort wo dein Atem weht
Wird alles möglich, weil du in uns lebst
Dein Wille soll geschehn
Wohin du uns vorausziehst, wollen wir gehen

Daniela Hogger, Simon Taglauer
CCLI-Liednummer 7273864
© 2025 Campus Collective
Nutzung ausschließlich im Rahmen der SongSelect®-Nutzungsbedingungen. Alle Rechte vorbehalten. www.ccli.com
CCLI-Lizenznummer 1213091

Es ist wieder soweit: Die Zimmer sind geputzt, der Crepé-Stand steht bereit und das Wetter ist herrlich. Rund 200 Campus- und GAiN-Mitarbeitende mit ihren Familien treffen sich zur alljährlich Mitarbeitenden-Tagung „MAT” im Monbachtal bei Bad Liebenzell.

Die Vorfreude ist groß, endlich wieder allen Mitarbeitenden aus ganz Deutschland, von sechs Standorten, gegenüber zu stehen. Zumal der Kontakt das restliche Jahr oftmals nur per Mail erfolgt. Die Gästehäuser der Liebenzeller Mission im Monbachtal bieten für unsere große Gruppe den perfekten Ort für das freudige, viertägige Wiedersehen. Neben dem Abenteuergolf-Angebot, den großzügigen Rasenflächen für Fußball und Volleyball und den idyllischen Wanderrouten im umliegenden Schwarzwald, war der schwäbische Kuchen im Hauseigenen Café am Nachmittag definitiv ein Highlight.

Lebensregel: Wir leben einfach – großzügig – aufmerksam

Passend zum Motto der Gästehäuser „Dem Leben begegnen” war das Kernthema der diesjährigen MAT unsere „Lebensregel”. Wie können wir in einer rastlosen Welt aufmerksam leben und die Kraft der bewussten Präsenz entdecken? Wie können wir zu wachen Zeugen werden, die achtsam und präsent durchs Leben gehen und unterbrechbar bleiben für die Nöte unserer Mitmenschen?
In den Hauptveranstaltungen, die jeweils am Vor- und am Nachmittag stattgefunden haben, durften wir Mitarbeitenden voneinander lernen, welche Gewohnheiten wir in unseren Alltag integriert haben, um uns immer wieder auf das Wesentliche auszurichten.

Micha 6,8
Es ist dir gesagt worden, Mensch, was gut ist / und was der HERR von dir erwartet: Nichts anderes als dies: Recht tun, Güte lieben / und achtsam mitgehen mit deinem Gott.
Der Programmablauf hat die drei Lebensregeln des Leitungsteams deutlich widergespiegelt: Wir haben großzügig auf Erfolge und neue Mitarbeitende angestoßen. Wir waren aufmerksam in der Anbetung und im Lobpreis und wir durften in aller Einfachheit gemeinsam das Abendmahl feiern. Auch unsere verschiedenen Arbeitsbereiche kam zum Ausdruck: Ob bei der Lobpreiszeit mit central arts, den musikalischen Beiträgen von crescendo oder im Interview mit unserer neuen Ministry HAYAT: Es war beeindruckend zu erleben, wie so viel Vielfalt im Einklang miteinander harmonieren.

Shoppen, was das Zeug hält

Auch im Freizeitprogramm waren die Campus-Arbeitsbereiche stark vertreten. So konnten alle
Teilnehmenden den Pop-up-Secondhand-Store von GAiN besuchen, der während der gesamten MAT eine großzügige Auswahl an gespendeten, liebevoll aufbereiteten Kleidungsstücken anbot. Der Erlös fließt in die Arbeit von GAiN, die derzeit in über 50 Krisengebieten der Welt humanitäre Hilfsprojekte unterstützt.
Außerdem im Freizeitangebot unserer Ministries: Trail-Run mit FLOW durch den Nord-Schwarzwald, ein Fußballmatch zwischen GAiN und PRO11, Gospelworkshop mit central arts und noch viel mehr.
Und so endete die MAT 2026, nachdem am Samstagabend noch einmal ausgelassen getanzt wurde, mit vollen Herzen, bereichernden Impulsen, wertvoller Gemeinschaft und großer Vorfreude aufs nächste Jahr.
Laura W. – Mitarbeiterin creative lab

Ob Hotels, SaaS Entwicklung, Immobilien, Supplemente oder Kirche – was es auch aufzubauen gibt, hat Patrick Knittelfelder aufgebaut. Der „Parallel Entrepreneur” aus Salzburg sitzt entspannt in einem seiner Restaurants, als er von seinem Leben erzählt – mit dem ihm eigenen ewigen Lächeln im Gesicht.  

C: Patrick, in deinem Leben ist unglaublich viel los und trotzdem scheinst du nie deine Leichtigkeit zu verlieren. Du schreibst auf deiner Website: „Für dein Lebensglück spielt es keine Rolle, ob du Wale in Neuseeland, Korallenfische in Ägypten oder Silberfische in deinem Badezimmer beobachtest.” Was genau meinst du damit?

P: Dahinter steckt ein jüngerschaftliches Prinzip und zwar: „Du bist nicht das Opfer deiner Umstände.” So viele Menschen sehen sich immer als Opfer – weil sie in diese Familie hineingeboren wurden oder weil sie nicht genug Geld haben und so weiter. Aber frag mal diejenigen, die alles haben, wie viel das mit ihrem persönlichen Glück zu tun hat! Deine innere Einstellung ist dafür viel entscheidender. Dann ist auch egal, ob du in der Karibik lebst oder in einem Plattenbau in Erfurt. Es macht keinen Unterschied, was du hast, aber es macht einen riesigen Unterschied, wer du vor dir selbst bist. 

C: Hilft dir diese Einstellung durch die Zeiten, in denen du mit Rückschlägen zu kämpfen hast – was du als Geschäftsmann ja gut kennst?

P: Ich glaube, je geübter man in Rückschlägen ist, desto leichter steckt man sie auch weg. Die Leute sehen immer nur das Endergebnis. Ich sage dann immer, dass sie das alles ebenfalls haben können – wenn sie die zweite Seite der Medaille auch mitnehmen. Und die besteht nun einmal aus Scheitern. Wenn ich vor zehn Türen stehe und sich die erste Tür nicht öffnet, dann muss ich eben weiter gehen. So werde ich vielleicht feststellen, dass sich Tür 5, 7 und 8 ganz einfach öffnen lassen. Auch in der Bibel scheitern die Menschen von vorne bis hinten, selbst nach den größten Erfolgen. Das gehört dazu. 

C: Das Gute ist ja, dass es nicht nur diese Rückschläge gibt – auch in deiner Geschichte nicht. Was ist mit den Erfolgen? Wie gehst du damit gesund um?

P: Das ist eine gute Frage und ich glaube, Gott hat sie mir so beantwortet, dass er mir nie den ganzen Erfolg geschenkt hat. Wenn es auf der einen Seite geklappt hat, hat es auf irgendeiner anderen Seite Probleme gegeben. Früher hat mich das sehr entmutigt. Ich habe mich dann gar nicht mehr getraut, zu sagen, dass es mir gut geht. Ich hatte noch nicht verstanden, dass so halt das Leben ist. Mir hat niemand beigebracht, dass zu Erfolg auch immer Misserfolg gehört. Oder dass man nicht fertig ist, wenn man oben angekommen ist. Das zeigt wieder einmal, was für eine schwierige Sache eigentlich das Leben ist. Das muss man erst einmal irgendwo lernen. Deshalb braucht es Menschen, die einem „Leben lehren”.

C: Genau das passiert ja auch in der Jüngerschaftsschule, die du gegründet hast. In diesem Kontext und darüber hinaus sprichst du sehr leidenschaftlich von Leadership und davon, dass es nur noch wenige „gute” Leiter und Leiterinnen geben würde. Was macht für dich gute Leitung aus?

P: Es geht viel weniger um Skills und Strategie. Das Wichtigste in einer Leitungsposition ist eine möglichst integere Person. Denn das Kapital eines Leiters ist Vertrauen. Wenn du jemandem vertraust, bist du bereit, die Extrameile zu gehen oder dich mit ihm gemeinsam einer Gefahr auszusetzen. Solches Vertrauen wird über Monate und Jahre aufgebaut – aber kann in Minuten verspielt werden. Und dann fangen Menschen an, statt aus ihrer Person, aus ihrer Position heraus zu leiten.

C: Wie gelingt es dir persönlich, integer zu bleiben, wenn du doch so viel um die Ohren hast?

P: Die Antwort darauf habe ich selbst hundertfach erprobt: Du brauchst andere Menschen. Ein Satz, den wir in unserer Jüngerschaftschule geprägt haben, ist „In Gemeinschaft heiler werden”. Das ist etwas, das wir täglich in unserem Wohnprojekt sehen. Ich lebe mit 40 jungen Erwachsenen unter einem Dach. Es ist leicht, auf der Bühne zu stehen und zu sagen, wie man leben soll – aber wenn ich nach Hause fahre, warten dort 40 Menschen, die mich damit konfrontieren, ob ich das auch selbst so lebe. Es sind die Beziehungen, die du täglich lebst – Familie, Freunde – mit denen diese Prozesse passieren, durch die Dinge auch ans Licht kommen. 

C: Ich glaube, es ist offensichtlich, dass sich in deinem Leben viel bewegt – innerlich aber auch durch all deine Projekte. Was würdest du abschließend einer Person raten, die einen ähnlichen Antrieb verspürt, eine innovative Idee hat, aber sich einfach nicht traut, ihr nachzugehen?

P: Mein Lebenscredo! (lacht) Einer meiner wichtigsten Sätze: Do it! Jeden Tag rufe ich das den Leuten in meiner WG, meiner Gemeinde und überhaupt überall zu: Tu es! Raus aus dem Sofa und mach einfach. Und dann such dir ein paar Leute, die nur ein kleines bisschen mehr wissen als du. Mache einen Stresstest, frage sie nach Rat – und dann leg einfach los. Wenn es nicht klappt – na und?

Du willst mehr von Silberfischen, 40-köpfigen WGs und Entrepreneurship im Namen Gottes hören? Dann schau dir Patricks Beitrag zur REFLECT25 auf YouTube an!

Mitch K. – Mitarbeiterin creative.lab

Der SHINE-Bus ist geladen, die Stimmung prächtig und die Vorfreude groß. SHINE ist mal wieder auf Tour und auf dem Weg zum „Praystival”. Einem Jugendgebetsabend, der jedes Jahr im Rahmen der Allianzgebetswoche von verschiedenen Gemeinden aus Nürnberg veranstaltet und von uns maßgeblich mit geplant und gestaltet wird.

Insofern ist die Location im JesusCentrum Nürnberg für einige von uns auch bekanntes Terrain und der obligatorische SHINE-Stand in Kürze (und mit viel Liebe) aufgebaut. Ab ca. 19:00 Uhr strömen eine Vielzahl an Jugendlichen in das Gebäude, von denen wir so manche aus unseren SHINE Groups aus der Region persönlich kennen. Welch’ Freude, sie direkt zu Anfang des Jahres mal wieder live zu sehen und persönlich von ihnen zu hören! 

Ein Abend voller Gebet

Den offiziellen Auftakt des Abends markiert das Rap-Duo „One Love Fäm” um Jermaine Dobbins und Joe-Don, welches den rund 250 Anwesenden mit Beats und persönlichen Zeugnissen direkt richtig einheizt. Im Anschluss an eine starke, gemeinsame Lobpreiszeit teilt Jimmy Hong aus Bonn dann einige sehr persönliche und ehrliche Gedanken rund um das Thema Hingabe, die in folgendem Satz münden: „Rhythmus schlägt Motivation.” Damit ermutigt er die Jugendlichen, immer wieder bewusst die Stille und Nähe Gottes in ihrem Alltag zu suchen und anhand von Tagzeitengebeten oder anderen Routinen, ihre Anliegen regelmäßig zu ihm zu bringen.

Und dann wird es auch direkt praktisch! Der Mittel- und Höhepunkt des „Praystivals” besteht aus einer längeren Gebetszeit, in welcher die Jugendlichen sowohl ganz persönliche Anliegen mit dem Gebetsteam teilen, aber auch für sich und ganz besonders ihr Umfeld (Familie, Freunde, Schule) beten können. Es ist immer wieder cool zu sehen, wie sich junge Menschen aus den verschiedensten Gemeinden und Hintergründen eins machen und sowohl für, als auch miteinander beten!

SHINE x Praystival – Eine Kombi, die es in sich hat

Als SHINE sind wir an diesem Abend unter anderem Teil des Gebetsteams und dürfen so den Jugendlichen ganz praktisch dienen, sie persönlich ermutigen und dabei aufs Neue spüren, welches Herz für Jesus, aber auch welche Kämpfe im Herzen sie in ihren Alltag mit hineintragen. So erzählt Amelie (Name geändert), dass sie aktuell sowohl in ihrer Familie als auch in der Schule sehr herausgefordert ist, aber gerade in den wöchentlichen Treffen der SHINE Group an ihrer Schule immer wieder neuen Halt und neue Hoffnung findet. Und genau deshalb wünschen wir uns, dass noch viele weitere solcher Gruppen an Schulen entstehen, in denen junge Menschen Gemeinschaft leben, Ermutigung erfahren und Gottes Liebe erleben können.

Nach einigen abschließenden Lobpreisliedern (inklusive mancher Moshpits) haben wir demnach die Möglichkeit, mit den Jugendlichen direkt an unserem SHINE-Stand zu connecten und sie mit unseren Materialien und Angeboten ganz konkret in ihrem „Licht sein” an der Schule zu unterstützen. Das Coole dabei ist, dass wir als SHINE ebenfalls stark in Nürnberg vertreten sind und sich somit meist direkte Kontakte oder Verbindungen zu den jeweiligen Schulen herstellen lassen!

Und so dürfen dann, nachdem das letzte Stück Pizza verdrückt wurde, das Lagerfeuer draußen erloschen ist und die Jugendlichen mit viel Input, Inspiration und Ideen für ihren Alltag nach Hause gegangen sind, auch wir als Team den Abend beschließen und gespannt sein, was aus den Gebeten und Gesprächen an diesem Abend sich in und um Nürnberg weiter entwickeln wird … 

Timo Hauber – SHINE Mitarbeiter

Ein Wochenende voller Begegnungen, Tiefe und echter Gemeinschaft liegt hinter uns: Die diesjährige Campus Connect Konferenz hat einmal mehr gezeigt, wie kraftvoll es ist, wenn Studierende aus ganz Deutschland zusammenkommen – dieses Jahr so viele wie noch nie. Rund 300 junge Menschen haben sich versammelt, um einander zu begegnen, aber vor allem: Gott.

Ein Wochenende, das nachwirkt

Unter dem Titel „Strahlkraft“ stand die Frage im Mittelpunkt, wie Gottes Licht in unserem Leben sichtbar werden kann. Gleich zu Beginn wurde deutlich, dass dieses Licht nicht im Alleingang entsteht. In der ersten Session nahmen uns Matthias Clausen (IGUW) und Tobias Braun vom Gebetshaus Augsburg mit hinein in das Thema Einheit. In einer Welt voller Spannungen, unterschiedlicher Hintergründe und Meinungen wurde greifbar: Unsere Gemeinsamkeit liegt nicht in Gleichförmigkeit, sondern in der Ausrichtung auf den einen wahren Gott. Es war bewegend zu erleben, wie Einheit trotz Vielfalt nicht nur möglich, sondern kraftvoll ist.

Der Freitag gehörte dann ganz den Studierenden selbst. Mit einem besonderen Auftakt – einem Kindergottesdienst, der Leichtigkeit und Freude brachte – ging es in einen Tag voller Inspiration über. In vielfältigen Workshops zu Themen wie Berufung, Gebet und Strahlkraft im Alltag konnten die Teilnehmenden ganz praktisch werden. Unterstützt wurden sie dabei von verschiedenen Ministries von Campus für Christus wie Flow, MyFriends und FocusBerufung. Es war spürbar: Hier wächst etwas – in den Herzen und im Glauben.

Am Abend führte Salomé Frehse, die Leiterin von Campus Connect, tiefer in das Thema hinein. Ehrlich und herausfordernd sprach sie über Dinge, die uns von Gott trennen – und darüber, wie wir den Weg zurückfinden können. Es waren Momente, die still machten, berührten und neu ausrichteten.

Ein Wochenende, das nach außen strahlt

Der Abschlusstag schließlich stand ganz im Zeichen von Outreach. Am Vormittag wurden durch Andreas „Boppi“ Boppart Impulse gesetzt, die den Blick nach außen richteten. Und dann wurde es praktisch: Am Nachmittag gingen die Studierenden in die Stadt Heidelberg, luden Menschen ein und suchten das Gespräch. Es war beeindruckend zu sehen, wie mutig, offen und liebevoll sie auf andere zugingen. Viele Gespräche entstanden – echte Begegnungen, die Spuren hinterlassen haben.

Der Höhepunkt folgte am Abend: der Kreuzweiseabend. Ein Raum voller Kunst, Musik und Poetry, getragen von ehrlichen Beiträgen Boppis und einer besonderen Atmosphäre. Besonders schön war zu sehen, dass viele der eingeladenen Gäste tatsächlich gekommen sind. Was am Nachmittag begonnen hatte, fand hier seinen Ausdruck – Gemeinschaft, die über sich hinauswächst.

Dieses Wochenende war mehr als nur eine Konferenz. Es war ein Vorgeschmack darauf, was möglich ist, wenn Menschen sich öffnen – füreinander und für Gott. Die Strahlkraft, von der wir gesprochen haben, war nicht nur ein Thema. Sie war spürbar. Und sie wird weiterleuchten.

Salomé F. – Leiterin CAMPUS CONNECT

„Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es beobachten könnte”, sagt Jesus im Lukasevangelium, „denn das Reich Gottes ist mitten unter euch.” Man kann auch übersetzen: „Das Reich Gottes ist in euch.” Eine starke Aussage! Aber auch ein bisschen kryptisch, oder? Gottes Reich ist nicht so fest zu verorten, wie das bei anderen Reichen der Fall ist. Es gibt keine Staatsgrenzen, keine politischen Einflussgebiete. Das Reich Gottes ist vor allem etwas Innerliches. Kein politisches System, sondern eine Frage der Herzenshaltung. Das Reich Gottes ist zutiefst persönlich. 

Wenn man also fragt, wie das Reich Gottes aussieht, wie es sich anfühlt oder wie es klingt, dann ist damit zu rechnen, dass man so viele verschiedene Antworten auf diese Frage bekommt, wie man Menschen gefragt hat. Und wenn Musikerinnen und Musiker etwas dazu sagen, dann verwundert es auch nicht, wenn das etwas mit Musik zu tun hat. 

Musik als Gebetssprache

Schon seit vielen Jahren hat gemeinschaftlich improvisierte Musik bei Crescendo einen festen Platz in unseren Gebetsformen. Im „Play&Pray” als Ausdruck von Klage und Dank, in der Anbetung, als Fürbitte oder Segenszuspruch für Gemeinden oder einzelne Personen. Von solchen „Sound Blessings” bzw. „Sound Portraits” in Chemnitz hatten wir im Juni 2025 berichtet. Das vergangene Jahr hielt für uns gerade in diesem Bereich einige Überraschungen bereit und wir erleben, dass Gott uns einige neue Türen geöffnet hat und großes Wachstum schenkt. Eine dieser geöffneten Türen zeigte sich im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt 2025 in Chemnitz.

Evangelium & Improvisation in Konzertform

In der Zusammenarbeit mit der Kulturkirche durften wir nicht nur auf dem Platz vor der Jakobikirche in der Chemnitzer Innenstadt spielen. Wir wurden auch angefragt, ob wir am Tag des großen Kulturkirchenfestes unsere Improvisationen in zwei Konzerten am Abend einbringen wollten. Ohne genau zu wissen, wie das konkret aussehen würde, sagten wir zu. Danach machten wir uns an die Arbeit, ein Konzept zu entwickeln. Wie können klassische Kompositionen, Improvisation und das Evangelium in Konzertform klingen? Dabei konnten wir auch auf Erfahrungen von unserer Kollegin Pauliina Haustein zurückgreifen. Die Spezialistin für klassische Improvisation war bereits in vergangenen Jahren mit Crescendo und dem Ensemble Psallite im Erzgebirge „auf Tour” gewesen. So entstanden zwei Konzerte unter dem Titel „Sounds of the Unseen World” (in Anlehnung an das Motto der Kulturhauptstadt „C the Unseen”). Mit acht Musikerinnen und Musikern verbanden sich Kompositionen von Barock bis Moderne, Choräle, Kirchenlieder und Impovisationen über Passagen der Bibel zu einem ganz besonderen Erlebnis. Ein Zuhörer schrieb uns:

“Grandios, noch nie habe ich so eine Resonanz in mir gespürt – so klingt Hl. Geist-inspirierte Musik!!! Mein Herz ist zerflossen, ich musste weinen bei eurer 1.Korinther-Improvisation!”

Sounds of the Unseen World

Was für ein Feedback! Und das war bei weitem nicht die einzige begeisterte Stimme eines tief berührten Menschen an diesem Abend. Gott selbst hatte sich in ganz besonderer Weise persönlich erlebbar gemacht, das spürten wir sehr deutlich. Uns war klar: Wir wollten diese Art, Ihm zu begegnen, auch über Chemnitz hinaus zugänglich machen. Erstmal ging es dazu wieder ins Büro: Feedback von Teilnehmenden, Musikern und Musikerinnen auswerten, Kosten überschlagen, Voraussetzungen prüfen – das alles begleitet von Gebet. Im November war es dann endlich so weit: „Sounds of the Unseen World” ist ein offizielles Angebot von Crescendo Deutschland für Kirchen und Gemeinden! So können in ganz Deutschland Menschen in die Gegenwart Gottes eingeladen werden. Auch solche, die vielleicht mit einem Gottesdienst nicht viel anfangen können, ein besonderes Konzerterlebnis aber gerne wahrnehmen.

Die nächste Gelegenheit zu so einem einmaligen Reich-Gottes-Erlebnis bietet sich am 25. April in Leipzig mit „Sounds of the Unseen World: mitten unter euch” im Rahmen der PERSONANZ’26

Martin B. – Mitarbeiter crescendo

Stärkung in Gemeinschaft

In den Paulusbriefe werden wir daran erinnert, uns gegenseitig als Kinder Gottes aufzubauen und zu ermutigen. Im Alltag geraten geistliche Wahrheiten so schnell in Vergessenheit. Doch gemeinsam haben wir die Chance, uns gegenseitig zu inspirieren, voneinander zu lernen und uns immer wieder an diese Wahrheiten zu erinnern.

Diese stärkende Erfahrung durften wir am 6. Dezember 25 in einer Berliner Gemeinde erleben, als wir dort einen MyFriends-Schulungstag abhielten. Es war ein wunderbarer Tag in Gemeinschaft mit 32 motivierten, lernfreudigen Christinnen und Christen, der alle Teilnehmenden gestärkt hat.

Biblischer Input am Vormittag

Am Vormittag beschäftigten wir uns mit biblischem Input zu unserer Identität als Kinder Gottes und unserem Auftrag, in unser Umfeld gesandt zu sein. Die Grundlage jeder Evangelisation ist die Liebe Gottes. Von ihr durchdrungen und motiviert, sind wir berufen, mit Menschen in Beziehung zu treten. Diese Liebe, die Gott uns durch den Heiligen Geist ins Herz gelegt hat, darf unser Antrieb sein.

Wir haben darüber nachgedacht, wie wir uns im Gebet zeigen lassen können, wen Gott in unserem Umfeld bereits berührt und vorbereitet hat. Das Gebet für diese Menschen und das praktische Dasein für sie gehören ganz natürlich dazu, um sie besser kennenzulernen – wir nennen das LOVE-PRAY-CARE. Der gemeinsame Austausch in Kleingruppen sowie das Gebet füreinander und für unsere Freunde, denen wir Jesus nahe bringen möchten, war ein wichtiger Bestandteil dieses Tages.

Praxisnahe Tipps am Nachmittag

Nach einem leckeren Mittagessen und einer Tasse Kaffee ging es gestärkt in den praktischen Teil am Nachmittag. Der Fokus lag darauf, wie wir im Smalltalk ganz natürlich auf den Glauben zu sprechen kommen können. Wir sprachen unter anderem über hilfreiche Überleitungen, aber auch Hindernisse, die das Bezeugen unseres Glaubens erschweren.

Buchtipp: Inspiration für den Alltag

In diesem Zusammenhang möchten wir auf ein neues, sehr hilfreiches Buch von Birgit Fingerhut hinweisen: Anschluss unter offenem Himmel – Wie Gott in Alltagsbegegnungen zum Zug kommt

Das Buch ist ein inspirierender Mutmacher, der vom Leistungsdruck befreit und die Freude am authentischen Glaubenszeugnis neu entfacht. Neben den geistlichen Grundlagen und vielen praktischen Tipps bietet es 22 Erfahrungsberichte über Begegnungen mit offenen Menschen. Als echte Ermutigung zum Thema „Evangelisation als Lebensstil” kann es auf der Webseite von MyFriends bzw. im Onlineshop von Campus für Christus für 9,50 € bestellt werden.

Birgit F. – Mitarbeiterin MyFriends

33 gibt es insgesamt von ihnen – den Hoffnungshäusern. An inzwischen 11 Standorten in 232 Wohnungen verbringen 775 Bewohnende, die unterschiedlicher nicht sein könnten, ihren Alltag miteinander. Geflüchtete oder sozial benachteiligte Menschen leben dort gemeinsam mit „solchen, die mitten im Leben stehen”. Gemeinsam. Aktiv. Verbunden. Und mitten unter ihnen: Angelika Röhm, Hoffnungshaus-Geschäftsführerin, und ihre Familie. Die REFLECT25-Referentin berichtet von ihrer Arbeit, ihren Alltag und ihrer Hoffnung. 

Angelika, als Geschäftsführerin von „Hoffnungshaus“ gehörst du zur Hoffnungsträger Stiftung. Was genau bedeutet „Hoffnung“ für dich?

Hoffnung ist für mich Leben. Sie ist die Kraft, die uns über uns selbst hinauswachsen lässt und an manchen Tagen uns einfach nur am Leben erhält. Für mich persönlich ist die Hoffnung in Gott verankert. Einem Gott, dessen Hoffnung in Jesus auf dieser Erde lebendig wurde. Sie ist der Ausdruck himmlischer Liebe. Wir leben in ihr und durch sie – was für eine Hoffnung fürs Leben!

Welche Bedeutung misst du Hoffnung für unser Leben bei?

Eine ganz grundlegende, eine existenzielle. In meinem Leben durfte ich schon vielen Menschen begegnen, die kaum noch Hoffnung hatten. Die aufgeben wollten. Die sich mehr dem Tod, als dem Leben zugewandt haben. Es ist Hoffnung, die ihr Leben erhalten hat.  Hoffnung auf Veränderung, auf das Wiedersehen mit den Kindern, auf Essen in der Zelle, auf eine Stunde Schlaf, … Hoffnung dient dem Leben! Ich freue mich sehr über alles, was Menschen gestalten, wofür sie sich einsetzen, was ihnen alles möglich ist, weil sie Hoffnung haben. So vieles ist uns anvertraut. 

Wie hat dich persönlich das Zusammenleben in den Hoffnungshäusern geprägt?

Es macht mich reich. Reich an Erfahrung, an Begegnung, an Freude, Dankbarkeit, an Kreativität …  Es lässt so viel in mir wachsen und reifen. Ich genieße es, jeden Tag neu Lernende zu sein. Das Leben meiner Mitmenschen zu entdecken. Immer wieder von neuen Abenteuern überrascht zu werden. Die Einzigartigkeit jedes Menschen in der Vielfalt unserer kulturellen und religiösen Kontexte ist phänomenal. Ja, es hat meine Perspektive, mein Weltbild, mein Gottesbild verändert. Da ist, denke ich, jetzt mehr Gott drin – in einer großen, weiten Welt.

Gibt es ein Erlebnis, das sich besonders in deinen Erinnerungen festgesetzt hat?

In unserer Hoffnungshauszeit begleitete ich eine afghanische Familie zur Geburt ihres Kindes. Die Familie war noch sehr neu in Deutschland. Es gab nur eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit. Das Erleben der Flucht war noch sehr frisch und sehr belastend. Gerne stand ich dem lieb gewonnenen Ehepaar in diesen Stunden zur Seite. Die Geburt war lang und schwer. Die traumatischen Erfahrungen bahnten sich immer wieder gewaltig ihren Weg in die Gegenwart. Wir waren sehr dankbar, als die Geburt geschafft war und ein gesundes Kind in den Armen der erschöpften Mutter lag. Doch plötzlich kam es zu lebensbedrohlichen Komplikationen und in wenigen Sekunden war die Mutter für einen lebenserhaltenden Eingriff im OP und ich saß mit dem frisch geborenen Kind und seinem Vater im Kreißsaal. Wir schauten uns an. Er Muslim, ich Christin. Und dann begannen wir miteinander zu beten in der Gegenwart Gottes.

Eure Vision ist „Damit aus scheinbar Hoffnungslosen Hoffnungsträger werden“. Wo durftest du das schon erleben?

In unzähligen Momenten, auf Wegabschnitten – jeden Tag neu. Da gibt es so viele Menschen, die unfassbar Schweres erlebt haben. Die sich mit „nichts” auf den Weg gemacht haben in eine neue Welt. Gar nicht so einfach, sich da die Hoffnung zu bewahren. Ich denke an einen jungen Mann, der ganz alleine als Minderjähriger in Deutschland ankam. Der inzwischen eine Ausbildung abgeschlossen hat und sich eine solide berufliche Perspektive aufbaut. Oft begegne ich einer Freundin aus Afghanistan, die nach sehr viel Leid und Verlust inzwischen die Kraft hat, auch andere Frauen zu ermutigen. Unserer Ehrenamtlichen aus der Ukraine, die sich täglich einsetzen, für ihr Land, ihre Städte, ihre Vereine, Kirchen und Familien. Da sind aber auch wir. Die wir einziehen, um andere zu unterstützen. Auch wir erleben, wie wir nicht selten „Hoffnungslose” sind und erst in der Begegnung erleben, wie uns die Kraft der Liebe zu echten Hoffnungsträgern macht.

Wie können wir, in unserem Alltag und Umfeld, ebenfalls zu Hoffnungsträgern werden?

Wir können nicht nur, wir sind Hoffnungsträger! Wir alle sind dazu eingeladen. Das ist unsere Berufung als Mensch! Jeder von uns kann und darf Hoffnungsträger sein. Das ist gar nicht so schwer. Ein ermutigendes Zulächeln, ein gutes Wort, ein zuversichtliches Gebet, eine Geste im Alltag … Klar, kann es auch größere und weitere Dimensionen haben. Die Jobentscheidung, das Einstehen in der Öffentlichkeit für einen bestimmten Wert oder eine Sache, die Spende, geschenkte Zeit, etc. Die Welt braucht dich!