Unser Mitarbeiter Simon erzählt von seinem Besuch an der Grenze und dem langen Weg der Hilfe.
An diesem
Morgen ist es extrem neblig. Die Luft ist kalt. Wir stehen am Grenzübergang Kerem Shalom auf der Israelischen Seite und blicken Richtung Gaza. Die Situation ist surreal. Wir sind hier, um die Planung von Hilfstransporten in den Gazastreifen voranzubringen. Plötzlich hören wir in einiger Entfernung Explosionen. Und dann eine in unserer direkten Nähe. Jeder große Silvesterböller, der jemals neben mir explodiert ist, ist ein Witz gegen die Druckwelle, die uns in diesem Moment erreicht. Wir sind sicher, aber dieses beklemmende Gefühl gräbt sich in mein Gedächtnis ein. Ich werde bald wieder im Flieger nach Deutschland sitzen und kann das alles hier wieder verlassen. Millionen Menschen in Gaza können das nicht. Seit mehr als zwei Jahren leben sie in täglicher Angst und Perspektivlosigkeit.
Auch Israel hat sich verändert. Überall sind noch Spuren des Angriffs vom 7. Oktober zu sehen. Ein Mitarbeiter unseres Partners erzählt uns, wie dieser schreckliche Tag für ihn war und wie barbarisch (oder brutal) die Hamas vorgegangen ist. Das Leid vor Ort zu sehen, ist nicht das Gleiche, wie online darüber zu lesen oder Bilder zu betrachten.
Der Nebel lichtet sich
Seit Beginn des Krieges suchten wir nach Möglichkeiten zu helfen. Ohne Erfolg. Im August nahm die Sache dann Fahrt auf. Wir bekamen als einzige deutsche Hilfsorganisation die Erlaubnis, Hilfsgüter nach Gaza zu bringen. Zusammen mit unserem Partner “Helping Hand Coalition” in Israel tasteten wir uns Stück für Stück durch den Nebel an Bürokratie mit politischen und militärischen Playern. Erschwerend kam hinzu, dass sich die Situation und Sicherheitslage stündlich änderten.
Es war das totale Chaos und eine Flut an Informationen, die ausgewertet und an die richtigen Leute weitergegeben werden mussten, damit sie die richtigen Entscheidungen treffen konnten. Zusätzlich kam die Erlaubnis gerade zu der Zeit, als wir einen Einsatz in der Ukraine durchführten. Seit Sommer bin ich im Katastrophenmodus und stehe unter Strom. Doch all der Stress, die unzähligen Telefonate, das Planen haben sich gelohnt. Wir stehen an der Grenze und bis heute sind mehr als 100 Lkw-Ladungen mit Hilfsgütern über die Grenze gegangen. Wir konnten dank unseres extrem gut vernetzten Partners in Israel ein Netzwerk in Gaza aufbauen und sicherstellen, dass die Hilfsgüter wirklich bei den Menschen ankommen. Die Hilfe soll stetig weiter ausgebaut werden. Wenn es die Lage zulässt, wollen wir auch mit Mitarbeitenden direkt bei den Menschen sein und Hoffnung bringen. Mitte Dezember werden drei Lkw-Ladungen im Gazastreifen ankommen, die wir von Gießen aus mit unseren eigenen Lkw losgeschickt haben.
Was mich bewegt: Ich sehe ein Team aus Arabern, Israelis, Drusen, Christen und Muslimen und weltweite Hilfsbereitschaft. Ich staune darüber, dass wir als kleines GAiN-Team hier helfen können.
Danke für jede Unterstützung, jedes Gebet und jede Geste der Solidarität.
Gemeinsam bringen wir Hoffnung dorthin, wo sie am dringendsten gebraucht wird.
Mit freundlichen Grüßen,
Simon Strähler
So kannst du Spenden
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Oder per Überweisung: Global Aid Network (GAiN) IBAN DE88 5139 0000 0051 5551 55
bitte das Spendenstichwort „25Gazahilfe“ angeben.
Eine PATH-Woche in Ungarn
„Ein ukrainischer Junge war echt herausfordernd. Bei Problemen oder Streit hat er direkt zugeschlagen oder etwas zerstört. Er war nicht in der Lage, seine Gefühle zu kontrollieren. Als Gruppe haben wir überlegt, was wir tun können und für den Kleinen gebetet. Wir haben bewusst Zeit mit ihm verbracht, weil wir ihm Gottes Liebe und Annahme zeigen wollten. Obwohl wir nur einige Tage zusammen waren, veränderte sich was bei ihm. Er wurde ausgeglichener, fröhlicher und schlug weniger zu. Gott hat ein Stück Heilung geschenkt.”
Es hat uns alle motiviert zu sehen, wie durch einen Baueinsatz ein Unterschied im Leben der Familie gemacht werden konnte und dabei mehr ins Rollen kam als gedacht. „Mache für einen, was du für alle tun möchtest”, so hat es der amerikanische Pastor Andy Stanley ausgedrückt. Diese Perspektive gibt Hoffnung und Antrieb zum Weitermachen. Es hat uns begeistert zu sehen, wie GAiN für diese eine Familie einen Anstoß zur Veränderung geben konnte. Und es macht Mut, dass auch wir im Kleinen einen Unterschied machen können, der am Ende weitere Segenskreise zieht, als wir uns vorstellen können.
Solange es Menschen gibt, die noch Hoffnung haben, wollen wir sie fördern und unterstützen. Genau solche Menschen arbeiten in unserem Kinderheim. und haben es über die Jahre zu einem Zufluchtsort und sicheren Hafen entwickelt. Wir haben das Wohnheim und die Schule nach dem schlimmen Erdbeben 2010 mit der Hilfe vieler Spenden wieder stabil aufgebaut. Das Kinderdorf hat bisher jeden Tropensturm unbeschadet überstanden, das Kinderheim ist der Ort der Sicherheit und des Friedens, den die Kinder gerade jetzt brauchen. Sie stammen aus Orten der Armut, Vernachlässigung, körperlicher und manchmal sogar sexueller Gewalt. Manche erleben in unserem Kinderheim zum ersten Mal so etwas wie Sicherheit und Geborgenheit. Die älteren Kinder können mit unseren Minikrediten ihre Ausbildung finanzieren. Und deshalb machen wir weiter.
Wir können großartige Entwicklungen beobachten. Vor allem von unserem junges Leitungsteam bin ich begeistert. Der Weg dorthin war nicht einfach: Ich habe viel Kraft und Herzblut investiert, und es gab Zeiten, in denen ich aufgeben wollte. Der ursprüngliche Leiter wurde von einem abgelöst, der zwar viel Herz für das Heim und die Kinder hatte, aber wenig Gaben in der Geschäftsführung. Der nächste Leiter legte ein völlig inakzeptables Verhalten an den Tag und musste entlassen werden. Doch dann hat sich die haitianische Leitung des Kinderheims, ein Kirchenverband, darauf eingelassen, einen kulturell ganz neuen Weg zu gehen.
„Mir sind mittlerweile schon einige Familien mit schrecklichen Lebensumstände in Armenien begegnet, aber bei dieser Familie taten sich so viele Baustellen auf, dass ich mich fragte, ob man da überhaupt etwas tun kann.“
Drei Besuche mit Folgen
Gagiks Familie kann sich durch das Gewächshaus und dem Erlös der angebauten Früchte jetzt selbst versorgen. Freudestrahlend berichtet er:
Es ist kurz vor 0 Uhr. Wir befinden uns mit einem vollkommen übermüdeten, aber bis in die Haarspitzen motivierten Team an der Grenze zwischen Serbien und Montenegro. Nur noch eine Grenze gilt es zu überwinden, dann sind wir nach 17 Stunden Autofahrt endlich angekommen. Zu siebt waren wir auf dem Weg zu einem Fußball Mission Trip nach Mojkovac, einer kleinen Stadt im Norden Montenegros. Im Gepäck hatten wir u.a neue Fußballschuhe, Bälle und Kleidung eines bekannten deutschen Sportartikelherstellers. Der Verkaufs Warenwert lag locker bei 10 000€. Die Artikel haben wir mitgebracht, um die bedürftige Roma Community im Land zu beschenken und zu segnen.
Währenddessen sitzt der verbleibende Teil des Teams im Auto und betet Sturm für Gottes Eingreifen und Schutz in dieser Situation. Nichtsdestotrotz bleibt der Beamte bei seiner Meinung und gestikuliert wild in Richtung unseres Autos. Doch auf einmal passiert etwas, mit dem keiner gerechnet hat. Anstatt auf die hinter uns liegende Straße zu zeigen, weist der Beamte mit seinem stetigen „No, Go!” auf einmal zur Grenze nach Montenegro und lässt uns vollkommen unerwartet mitsamt den Kisten im Kofferraum ziehen. Vollkommen überrascht und überwältigt passieren wir ohne weitere Probleme die Grenze zwischen Serbien und Montenegro und haben seitdem ein Erlebnis mehr im Gepäck, was wir so schnell nicht wieder vergessen werden.
Man kann drei Kilometer durch eine Stadt fahren und sieht nur Zerstörung. Das ist schockierend. Die Bilder, die man in Deutschland sieht, sind eine Sache, aber das tatsächlich zu erleben, ist etwas völlig anderes. Sich zu überlegen, was die Menschen, die dort gewohnt haben, fühlen müssen, ist schockierend und erschreckend. Doch richtig bewegend wird es dann, wenn man über eine Familie nachdenkt, die jemanden verloren hat. Ich stellte mir vor, wie es wäre, Leichen ausgraben zu müssen, drei oder vier Wochen nach diesem Erdbeben, oder als Vater Kinderleichen bergen zu müssen.
In der Regel waren die Familien immer mit dabei, als wir gebaut haben. Es war ihnen so wichtig, uns gut zu versorgen. Das ist einfach toll in dieser Kultur. Es gibt immer erstmal einen türkischen Kaffee oder Tee und das am liebsten jede Stunde. Und natürlich ein gemeinsames Mittagessen. Das war eigentlich immer der Standard. Es war einfach schön, den Menschen so zu begegnen. Die Männer haben oft mit angepackt oder waren irgendwie beschäftigt. Aber die Frauen haben sich mit ihrem Plastikstuhl hingesetzt und uns zugeschaut. So gab es natürlich auch die Möglichkeit, miteinander zu sprechen. Die Leute haben sich gefreut über das, was wir gemacht haben. Es war ein Zeichen, dass etwas passiert, dass es eine Entwicklung gibt und dass man nicht nur in dem alten Unglück weitergräbt.
Ob Privatpersonen, Unternehmen oder Gemeinden – andere Menschen leiden zu sehen, bringt in vielen den Wunsch hervor, irgendetwas zu tun. Nur wissen die wenigsten, wo sie anfangen sollen. Und genau dort setzt GAiN an. Als humanitäres Hilfs- und Mitmachwerk, ist es uns nicht nur ein Anliegen, der Not unserer Welt mit konkreter Hilfe zu begegnen, sondern auch, dabei möglichst viele Menschen einzubinden. Neben der Möglichkeit, finanziell laufende GAiN-Projekte zu unterstützen, gibt es daher eine Vielzahl an Mitmach-Projekten, von gemeinsamen Packaktionen bis hin zu unseren “Reisen mit Herz”.
üben, ist ein ganz grundlegender, der allen Christen und jeder Gemeinde gilt. Das sollte keine Aufgabe sein, die man an Hilfswerke delegieren kann. Bei der Komplexität der Krisenherde der Welt wissen viele christliche Gemeinden jedoch nicht, wie sie die ersten Schritte machen sollen. Zu viel müsste getan werden, zu groß erscheinen die Berge an Bedürfnissen. 