Sounds Of The Unseen World – Wie klingt das Reich Gottes?

„Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es beobachten könnte”, sagt Jesus im Lukasevangelium, „denn das Reich Gottes ist mitten unter euch.” Man kann auch übersetzen: „Das Reich Gottes ist in euch.” Eine starke Aussage! Aber auch ein bisschen kryptisch, oder? Gottes Reich ist nicht so fest zu verorten, wie das bei anderen Reichen der Fall ist. Es gibt keine Staatsgrenzen, keine politischen Einflussgebiete. Das Reich Gottes ist vor allem etwas Innerliches. Kein politisches System, sondern eine Frage der Herzenshaltung. Das Reich Gottes ist zutiefst persönlich. 

Wenn man also fragt, wie das Reich Gottes aussieht, wie es sich anfühlt oder wie es klingt, dann ist damit zu rechnen, dass man so viele verschiedene Antworten auf diese Frage bekommt, wie man Menschen gefragt hat. Und wenn Musikerinnen und Musiker etwas dazu sagen, dann verwundert es auch nicht, wenn das etwas mit Musik zu tun hat. 

Musik als Gebetssprache

Schon seit vielen Jahren hat gemeinschaftlich improvisierte Musik bei Crescendo einen festen Platz in unseren Gebetsformen. Im „Play&Pray” als Ausdruck von Klage und Dank, in der Anbetung, als Fürbitte oder Segenszuspruch für Gemeinden oder einzelne Personen. Von solchen „Sound Blessings” bzw. „Sound Portraits” in Chemnitz hatten wir im Juni 2025 berichtet. Das vergangene Jahr hielt für uns gerade in diesem Bereich einige Überraschungen bereit und wir erleben, dass Gott uns einige neue Türen geöffnet hat und großes Wachstum schenkt. Eine dieser geöffneten Türen zeigte sich im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt 2025 in Chemnitz.

Evangelium & Improvisation in Konzertform

In der Zusammenarbeit mit der Kulturkirche durften wir nicht nur auf dem Platz vor der Jakobikirche in der Chemnitzer Innenstadt spielen. Wir wurden auch angefragt, ob wir am Tag des großen Kulturkirchenfestes unsere Improvisationen in zwei Konzerten am Abend einbringen wollten. Ohne genau zu wissen, wie das konkret aussehen würde, sagten wir zu. Danach machten wir uns an die Arbeit, ein Konzept zu entwickeln. Wie können klassische Kompositionen, Improvisation und das Evangelium in Konzertform klingen? Dabei konnten wir auch auf Erfahrungen von unserer Kollegin Pauliina Haustein zurückgreifen. Die Spezialistin für klassische Improvisation war bereits in vergangenen Jahren mit Crescendo und dem Ensemble Psallite im Erzgebirge „auf Tour” gewesen. So entstanden zwei Konzerte unter dem Titel „Sounds of the Unseen World” (in Anlehnung an das Motto der Kulturhauptstadt „C the Unseen”). Mit acht Musikerinnen und Musikern verbanden sich Kompositionen von Barock bis Moderne, Choräle, Kirchenlieder und Impovisationen über Passagen der Bibel zu einem ganz besonderen Erlebnis. Ein Zuhörer schrieb uns:

“Grandios, noch nie habe ich so eine Resonanz in mir gespürt – so klingt Hl. Geist-inspirierte Musik!!! Mein Herz ist zerflossen, ich musste weinen bei eurer 1.Korinther-Improvisation!”

Sounds of the Unseen World

Was für ein Feedback! Und das war bei weitem nicht die einzige begeisterte Stimme eines tief berührten Menschen an diesem Abend. Gott selbst hatte sich in ganz besonderer Weise persönlich erlebbar gemacht, das spürten wir sehr deutlich. Uns war klar: Wir wollten diese Art, Ihm zu begegnen, auch über Chemnitz hinaus zugänglich machen. Erstmal ging es dazu wieder ins Büro: Feedback von Teilnehmenden, Musikern und Musikerinnen auswerten, Kosten überschlagen, Voraussetzungen prüfen – das alles begleitet von Gebet. Im November war es dann endlich so weit: „Sounds of the Unseen World” ist ein offizielles Angebot von Crescendo Deutschland für Kirchen und Gemeinden! So können in ganz Deutschland Menschen in die Gegenwart Gottes eingeladen werden. Auch solche, die vielleicht mit einem Gottesdienst nicht viel anfangen können, ein besonderes Konzerterlebnis aber gerne wahrnehmen.

Die nächste Gelegenheit zu so einem einmaligen Reich-Gottes-Erlebnis bietet sich am 25. April in Leipzig mit „Sounds of the Unseen World: mitten unter euch” im Rahmen der PERSONANZ’26

Martin B. – Mitarbeiter crescendo

„Verachte den kleinen Anfang nicht!“ – Das Kunstschaffenden-Ministry Crescendo feiert 40-Jähriges

Auf einem Schwarz-Weiß-Foto aus dem Jahr 1998 ist eines der ersten crescendo-Treffen zu sehen. Sieben Studierende sitzen an einem Tisch, essen und quatschen.Eine Gruppe von Musikstudierenden trifft sich 1985  in der Musikhochschule in Basel, um gemeinsam zu beten und in der Bibel zu lesen. Ein Mitarbeiter-Ehepaar von Campus für Christus Schweiz ist dabei, um die Studierenden zu unterstützen. Sie merken schnell, dass diese Studierenden von ganz anderen Themen umgetrieben werden als die von der Uni: Heute habe ich wieder so schlecht gespielt im Unterricht bei meinem Professor. Ich fühle mich hundeelend! So minderwertig! Wie bekomme ich diese blöde Auftrittsangst unter Kontrolle? Die anderen sind alle viel besser als ich! Werde ich jemals mit Musik mein Geld verdienen können? Oder auch anders herum: Mein Erfolg als Musiker nimmt immer mehr zu! Ich bin besser als die anderen, brauche keine Hilfe, weder von Gott noch von Menschen. Aber warum fühle ich mich so unglücklich trotz des großen Erfolgs? Ich kenne niemanden, der das verstehen könnte! Und Gebet scheint auch nicht zu helfen.

(Der ganze Bericht zu dieser Lebensgeschichte ist zu finden im Archiv von Crescendo, Magazin Nr. 51 vom November 1999. Hier kannst du das Magazin Nr. 51 downloaden.)

Eine Ministry-Idee entsteht

Beat und Airi Rink, Gründer von crescendo, halten sich zur 40-Jahres-Feier an den Händen. Sie interagieren lachend mit dem Publikum.

Crescendo, 40 Years Celebration in der Pauluskirche am Samstag, 22. März 2025 in Basel. © Photo Dominik Plüss

Beat und Airi Rink spüren, dass die Musikstudierenden mehr Unterstützung brauchen als nur theologisch richtige Antworten. Sie geben ihnen seelsorgerliche Hilfe, kümmern sich ganz persönlich. Bauen ein Netzwerk auf, damit sich die Musikerinnen und Musiker selbständig treffen und stärken können. Denn eine Rückmeldung, die sie wieder und wieder hörten, ist: Ich fühle mich so allein! Ich dachte, ich bin der einzige christliche Musiker auf diesem Planeten. Und in der Gemeinde fühle ich mich nicht verstanden. Die fragen mich: Du bist Künstler? Und was machst du als Beruf?

Auch Studierende, die bisher nicht viel mit der Bibel und dem christlichen Glauben anfangen konnten, zieht es zu den Treffen. Hier finden sie Antworten auf tiefergehende Lebensfragen. Und Freunde, mit denen sie Freud und Leid teilen können und die nicht in diesem Konkurrenzdenken feststecken. Und dann ist da dieser Gott, der alles Verstehen übersteigt und trotzdem im Alltag spürbar ist. Seine Liebe ist heilsamer als alles Lob, das der Professor geben könnte!

Eine kreative Reise, die Fahrt aufnimmt

Die Bildschirm-Aufnahme zeigt Musikerinnen aus dem Jahr 1995 bei einem „Play&Pray“. Eine Frau spielt Violine, während eine andere mit geschlossenen Augen betet.Crescendo wächst weiter und erlebt spannende neue Abenteuer. Musiker aus England kommen und stecken mit einem neuen Feuer an: Sie spielen frei – also ganz ohne Noten – wie freies Beten aber mit Musik, im Vertrauen darauf, dass Gottes Geist selbst sie beim Spielen leitet. „Play&Pray“ nennen wir es. Kreative Konzerte mit improvisierter Musik als Gebet folgen. Aber auch Segnungszeiten für einzelne Menschen, sogenannte „Sound Blessings“. Menschen werden dabei tief berührt, mit manchen entstehen hinterher sehr tiefgehende Gespräche, in denen es oft auch um Gott geht.

 

Nach und nach kommen weitere kreative Formate dazu. So z.B. Kirche Kreativ, wo die Besucher eingeladen werden, mit kreativen Mitteln Gott zu suchen und zu begegnen. Oder selbstgestaltete Konzerte, bei denen in der Moderation über die Stücke und damit auch über Gott gesprochen wird. Wie viele Menschen lieben z. B. die Kantaten und Oratorien von Johann Sebastian Bach, ohne dabei die Botschaft, die Bach damit verbunden hat, zu verstehen? Es wäre doch wunderbar, wenn diese Botschaft auch direkt ankommen würde!

Eine Bild-Collage zeigt Fotos von verschiedenen Crescendo-Aktionen in den letzten Jahren. Es sind viele Konzerte zu sehen, aber auch meditative Momente und Kunstschaffende, die malen oder anderweitig kreativ tätig sind.

2004 beginnt das jährlich stattfindende Crescendo Summer Institute in Ungarn, in dem nach und nach hunderte Musikstudierende tiefe lebensverändernde Erfahrungen sammeln.

2009 startet Crescendo Jazz.

2020 – mitten in der Corona-Zeit – kommt Crescendo Dance hinzu, das speziell professionelle Ballett-Tänzer im Glauben stärkt und sie ermutigt, mit ihren Tänzer-Kolleginnen und -Kollegen über ihren Glauben an Gott zu reden. Und tatsächlich: Manche öffnen sich und beginnen ein Leben mit Gott!

40 Jahre Crescendo – das muss gefeiert werden!

Bei der Jubiläumsfeier anlässlich von 40 Jahren Crescendo antwortete eine Mitarbeiterin auf die Frage „Was bedeutet es für dich, bei Crescendo zu sein?“: Hier habe ich endlich Antworten gefunden auf meine großen Lebensfragen: Warum ich? Warum Musik? Warum Gott? Eine andere Musikerin konnte sich nicht zurückhalten, Beat und Airi Rink noch einmal einen besonderen Dank auszusprechen für ihre unermüdliche Arbeit für die Musiker:

Mitarbeitende von Crescendo stehen zur 40-Jahres-Feier auf der Bühne. Eine Frau berichtet gerade von ihren Erfahrungen.

Crescendo, 40 Years Celebration in der Pauluskirche am Samstag, 22. März 2025 in Basel. © Photo Dominik Plüss

„Euer Dienst hat unser Leben sehr stark beeinflusst. Wir wären als Musiker nicht so weit gekommen ohne Crescendo. Und unsere Kinder gäbe es auch nicht, denn viele von uns haben hier ihren Ehepartner gefunden! Danke für euren ganzheitlichen Dienst!“  

Sie lacht, setzt sich ans Cello und dann wird es ganz still. Gemeinsam mit den vielen anderen Musikern auf der Bühne spielt sie einen ganz speziellen Klangsegen für die Jubiläumsgäste und für Beat und Airi Rink, die Crescendo vor 40 Jahren ins Leben gerufen haben.

 

 

Erlebe die „40 Jahre Crescendo“ von Zuhause

Du möchtest dir 40 Jahre Crescendo-Geschichte im Schnelldurchlauf ansehen? Hier geht’s zu Rückblick-Video und Vision-Trailer.

Oder hast du den Livestream des Festaktes zum 40-jährigen Bestehen von Crescendo International am 22. März 2025 in der Pauluskirche in Basel verpasst? Hier kannst du das Video zum Crescendo Festakt noch einmal anschauen.

Wir sind begeistert, was Gott durch Crescendo in den letzten 40 Jahren unter Berufsmusikern und -musikerinnen bewegt hat. Es erfüllt uns mit Dankbarkeit, Teil von diesem Plan sein zu dürfen und wir sind gespannt, was in den nächsten 40 Jahren noch auf uns zu kommt!

Claudia – Mitarbeiterin crescendo