MAT 2024: Wir machen’s ORDENtlich

“Wir machen’s ORDENtlich” und haben deshalb unter diesem Thema zu unserer jährlichen Mitarbeitenden-Familien-Tagung (MAT) im Monbachtal den einstigen Prior der OJC Reichelsheim und heutigen Verlagsleiter des fontis Verlags, Dr. Dominik Klenk, als Hauptreferent eingeladen. Denn wir verstehen uns als ein ordensinspiriertes Movement. Wir mögen die iroschottische Mönchsbewegung, die dem in der barbarischen „Völkerwanderung” niedergegangenen Europa im 6. Jahrhundert die Bibel, das Evangelium und damit auch wieder Kultur brachte.

Vier Tage CAMPUS pur

Den belebenden äußeren Rahmen der Tage bot das wunderschön weitläufig angelegte Gästehaus-Gelände Monbachtal. Dessen 200-Betten-Kapazität reicht für uns nur fast. Nach Regen am Anreisetag lockte uns fortan fast schon sommerliches Frühlingswetter ins Freie. Das Café-Außengelände wurde zu DEM geschätzten Kommunikationsort. 

Das stärkste Echo fand Dominik Klenk mit seiner Herausforderung an uns, die drei prägenden Lebensbereiche „Spiritualität”, „Beziehungen” und „Arbeit” bewusst und entschieden in eine gesunde fruchtbare Relation und Rangfolge zu setzen. Durch ihn angeregt setzten wir uns zudem einmal mehr mit unseren Wurzeln auseinander. Dazu waren Hanspeter und Vreni Nüesch, einstige Leiter von Campus für Christus Schweiz, eingeladen. Hanspeter konnte uns authentisch von seinen vielen, in ihm tiefe Spuren hinterlassenden Begegnungen, mit unserem Gründer, Dr. Bill Bright (USA), erzählen. Da sich unsere Community in den letzten vier Jahren deutlich verjüngt hat (weit über die Hälfte unserer Mitarbeitenden gingen bzw. kamen neu hinzu) bot dieser persönliche Bezug zu unseren Wurzeln gerade für unsere Neuen viel Erhellendes. 

Das Highlight – so zeigen die Rückmeldungen – war für sehr viele von uns der „Kreuzweise”-Abend. So, wie sonst zu den gleichnamigen Lesetouren durch Deutschland und die Schweiz, stellte unser Ministry Central Arts mit Andreas Boppi Boppart das von ihnen gemeinsam herausgegebene theologisch-künstlerische Buch „Kreuzweise” vor. Mit berührend-tiefschürfend-humorigen Worten, mit Musik in einer Bandbreite von energetisch mitreißend bis rückenschauererzeugend, mit einladend hineinnehmendem Gebet und moderner, augenöffnender, veranschaulichender Grafik. Sechs Begegnungen mit Christus – rund ums Kreuz – für die Sinne in Szene gesetzt und in Buchform gepackt, sind ein bewusst platzierter Beitrag von uns, um gemeinsam am Kreuz wieder zum Staunen zu kommen. Um Zugang zum Kreuz zu finden, statt intern christlich fruchtlos darum zu streiten. 

Wenn CAMPUS zusammen leidenschaftlich glaubt

Passend zum Ordensaspekt unserer Tagung bot ein Mitarbeiter unseres Fußball Ministrys Pro11 morgens 7:00 Uhr gemeinsames Psalmgebet an. Das war selbst für mich „Urgestein” neu, als Gruppe viele Psalmen am Stück zu beten und dabei auch körperlich, per wiederholtem Niederfallen vor Gott, zu beten. Was ich sonst vom Beten nicht so kenne: meine Muskeln haben’s mich danach noch eine Weile spüren lassen.

Am Sonntag erlebten wir erstmals ein Abendmahl mit gesungenen alten liturgischen Elementen, kombiniert mit modernem Lobpreis. Ein Kollege meinte dazu: „Hast du das auch bemerkt? Beim modernen ‘Heilig, heilig’ nach der gesungenen Liturgie ‘stand die Luft’. Das war so ein besonderer, heiliger Moment…” Und ich sah Tränen fließen. Jemand erzählte danach von einer tief berührenden Gotteserfahrung …

Der abschließende Gottesdienst am Sonntag bot unserem Leiter Flo Stielper die Chance, das in diesen Tagen Gehörte und Bewegte in einen gemeinsamen Blick nach vorn zu formen, anzuknüpfen, weiterzuführen und uns herauszufordern, Jesus ordensinspiriert verbindlich nachzufolgen. Die Reaktionen darauf haben gezeigt: Die Botschaft kam an. Ermutigt, wertgeschätzt, beschwingt, orientiert und gesegnet konnten wir das Monbachtal verlassen, um zu leben, was wir gehört haben. 

Und das sagen andere Mitarbeitende über die MAT24:

„…sehr viel Wertschätzung…” – „…hier gehöre ich hin, das ist meine Community“ – „…inspirierende Gedanken zum Thema klösterliche Formation / klösterliches Leben…” – „…Top Inspirationen! ..:” – „…Motivation zur Nachfolge..:” – „…der Satz: ‘Die Seele geht zu Fuß’…” – „Danke – es war meine erste MAT und es war mega gut, auch um Campus und Kollegen kennenzulernen. Weiter so.” – „DANKE für den Themenwahl, die Wertschätzung der Ministries beim Awards-Abend…”

Friedemann Schwinger – Geschäftsleitung Campus für Christus

Unserem PRO11 Team sind die Themen Multiplikation und Empowerment sehr wichtig. Aus diesem Grund investieren wir uns in junge Leiter und Leiterinnen, die ihre Gaben für Gott einsetzen und Verantwortung übernehmen sollen. Wie? Mit unserem jährlichen „Leaders Weekend”, in dem wir nicht nur eine tolle Gemeinschaft haben, sondern unseren Blick auf Gott lenken und Input bekommen. In diesem Jahr gab es 11 Teilnehmer aus unserem Netzwerk, die bereits Verantwortung übernehmen und von unseren Mitarbeitenden motiviert wurden.

Leitung fängt in der persönlichen Nachfolge an!

Am Freitagabend starteten wir in das Wochenende mit einem Thema, das für alle Leitenden relevant ist: Nachfolge. Persönlich hat mich besonders eine Aussage herausgefordert: “Erlösung durch Jesus kostet uns nichts, aber die Nachfolge von Jesus kostet uns alles.” Immerhin fängt die Nachfolge bei mir selbst an. Diese Jesus-Nachfolge an andere weiterzugeben, vorzuleben, ist eine tägliche Challenge. Mit dieser Ausrichtung auf Jesus wollten wir starten. Der Grundstein fürs Wochenende war gelegt. 

Menschenfischer & Berufung

Am Samstag haben wir uns dann intensiv mit dem spannenden Thema “Berufung” auseinandergesetzt. Unterschieden wurde dabei zwischen einer allgemeinen Berufung und einer spezifischen Berufung. 

Fußballmission ganz praktisch

Am Nachmittag konnten wir unsere Passion für den Sport und Glauben verbinden. In einer Soccerhalle tobten wir uns nicht nur sportlich aus, sondern wurden auch herausgefordert. Jeder Teilnehmer bekam eine Challenge, die es umzusetzen galt. Die Idee: Herausforderungen bestreiten, die es auf den Plätzen immer wieder gibt, wie einen Impuls in der Halbzeit zuhalten (selbstverständlich auch mal auf Englisch) oder einen Glaubenskurs für Erwachsene vorzustellen. Mit Fallbeispielen versteht sich. Ganz praxisnah, genau wie unsere Arbeit. Es war unheimlich bereichernd, die Aktionen auszuwerten und gemeinsam zu lernen.

Zum Abschluss ging es am Sonntag noch zu einem Gottesdienst, bevor das „Leaders Weekend“ voller Gemeinschaft und toller Gespräche sowie Input leider wieder vorbei war. Ich kann es nur jedem empfehlen, dessen Herz für Fußball & Leitung schlägt. Persönlich wurde mir einmal mehr bewusst, was für ein Privileg es ist, Verantwortung zu übernehmen und mit Menschen unterwegs zu sein.

Silas Greiner – PRO11 Lokale Projekte Nürnberg

Es ist kurz vor 0 Uhr. Wir befinden uns mit einem vollkommen übermüdeten, aber bis in die Haarspitzen motivierten Team an der Grenze zwischen Serbien und Montenegro. Nur noch eine Grenze gilt es zu überwinden, dann sind wir nach 17 Stunden Autofahrt endlich angekommen. Zu siebt waren wir auf dem Weg zu einem Fußball Mission Trip nach Mojkovac, einer kleinen Stadt im Norden Montenegros. Im Gepäck hatten wir u.a neue Fußballschuhe, Bälle und Kleidung eines bekannten deutschen Sportartikelherstellers. Der Verkaufs Warenwert lag locker bei 10 000€. Die Artikel haben wir mitgebracht, um die bedürftige Roma Community im Land zu beschenken und zu segnen. 

Und dann kam der Zoll

Noch bevor wir den ersten Schlagbaum erreichen, winkt uns einer der Zollbeamten zu sich und möchte einen Blick in unseren Kofferraum werfen. Beim Anblick der Kisten mit den Sportartikeln werden die Augen groß und die Stimme laut. Mit einem undiskutierbaren „No!” gibt er uns zu verstehen, dass er uns mit dieser Ware nicht ins Land lassen wird. Der Versuch unseres Leiters, die Absichten hinter der Aktion zu erklären, endet damit, dass er in ein kleines Büro zitiert und unter psychischem Druck in die Mangel genommen wird. Als wir ein unmoralisches Erpressungs-Angebot ablehnen, werden wir mit wilden Gesten und den Worten „No! Go!” zurück Richtung Serbien geschickt. Die Reise scheint beendet, bevor sie überhaupt begonnen hat.

Währenddessen sitzt der verbleibende Teil des Teams im Auto und betet Sturm für Gottes Eingreifen und Schutz in dieser Situation. Nichtsdestotrotz bleibt der Beamte bei seiner Meinung und gestikuliert wild in Richtung unseres Autos. Doch auf einmal passiert etwas, mit dem keiner gerechnet hat. Anstatt auf die hinter uns liegende Straße zu zeigen, weist der Beamte mit seinem stetigen „No, Go!” auf einmal zur Grenze nach Montenegro und lässt uns vollkommen unerwartet mitsamt den Kisten im Kofferraum ziehen. Vollkommen überrascht und überwältigt passieren wir ohne weitere Probleme die Grenze zwischen Serbien und Montenegro und haben seitdem ein Erlebnis mehr im Gepäck, was wir so schnell nicht wieder vergessen werden.

Wenn wir im vergangenen Jahr im Team von PRO11 eine Lektion gelernt haben, dann das wir an einen lebendigen Gott glauben, der heute noch unsere eigenen Grenzen sprengt, der Menschen anrührt, in Beziehung  ruft und Wunder tut. Mit vielen solcher Momente im Gepäck blicken wir als gesamte Organisation entschlossen in die Zukunft. Wir wollen die Gute Nachricht in der Fußball Community mutig weiter sagen.

Martin Röhm– Pro11

Am 24.07.2023 war es endlich soweit. Die langersehnte Kick-Off Woche für den neuen PRO11 Standort in Gießen durfte offiziell starten.

Deborah Reese ist nun seit 3 Monaten in Gießen und war somit maßgeblich an einer hervorragenden Organisation beteiligt. In den ganzen Wochen zuvor und in dieser Woche sogar vor Ort, wurde das Team in Gießen durch einige Mitarbeiter aus Nürnberg unterstützt. Das Team wurde ergänzt durch Simon Printz, der in dieser Woche schon dabei war und seit 1. August ganz offiziell Teil des PRO11 Teams wurde. Somit hat sich der Kader für PRO11 Gießen verdoppelt.

Die Kick-Off Woche bestand aus einem Connect Event, einer dreitägigen Fußballschule mit 46 Kids und einer abschließenden Cage Night. Wir hatten eine Woche voller Begegnungen und durften erleben, wie Gott Gebete erhört und seinen Segen schenkt.

Ob das Essen für das Connect Event reicht?! – Es hat mehr als gereicht.
Es war eine Woche lang Regen angesagt! – Ja, es hat zwar immer wieder geregnet, trotzdem hatten einige Mitarbeiter der Fußballschule nach dem ersten Tag einen leichten Sonnenbrand. Über unserem Fußballplatz hat sich nämlich immer wieder ein blaues Wolkenloch gebildet, sodass alles stattfinden konnte.

Solche Erlebnisse, sowie die Begegnungen mit Kindern der Fußballschule sind immer wieder eine große Ermutigung. 

Vor allem ist uns ein Junge aufgefallen, der zu Beginn gefühlt nur körperlich anwesend war. Als wir etwas gesagt, gefragt oder gemacht haben, kam kaum Reaktion von ihm. Alles, was er tat, sah sehr emotionslos aus.  Doch als wir am letzten Tag die Freude über sein geschossenes Tor, die Jubelpose und seine Beteiligung an der Teamzeit erleben durften, gingen uns die Herzen auf. Wir erlebten, wie die Tage sein Herz und seine Einstellung veränderten!

Ein weiteres Beispiel geschah an dem Tag, als es um die Macht der Worte ging. Die Teamzeit fand statt, kurz nachdem einer aus der Kleingruppe jemand anderen beleidigte, sodass Tränen geflossen sind. Nachdem er den Zusammenhang begriff, entschuldigte er sich und stellte sein Verhalten als negatives Beispiel dar.

Für mehr Einblicke in unsere Kick-Off Woche könnt ihr euch gerne das nachfolgende Video anschauen:

Wir sind Gott sehr dankbar für Erlebnisse wie diese und dass wir uns gebrauchen lassen dürfen, um sein Reich auf Erden sichtbar machen zu dürfen.
Motiviert und mit guten Erfahrungen gehen wir aus dieser Woche heraus und sind bereit für das, was Gott in Gießen mit PRO11 vorhat!

Simon Printz, im Namen des gesamten PRO11 Teams

 

Mehr Infos zum PRO11 Standort in Gießen findest du unter: www.pro11.org/giessen

Bei Fragen & Möglichkeiten zur Zusammenarbeit melde dich gerne bei unserer Standortleiterin Deborah Reese: deborah.reese@campus-d.de

Langsam bildet sich eine Routine – Vor wenigen Wochen konnten wir als PRO11 Team bereits die 5. Cage-Night veranstalten. Einmal im Monat bieten wir den Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen aus dem Raum Nürnberg eine Plattform, um sich bei einem Straßenfußballerturnier miteinander zu messen. Ein Großteil der Teilnehmenden hat dabei überhaupt keinen Kirchenbezug. Sie kommen zunächst wegen der Gemeinschaft und den Beziehungen, die sich langsam bilden. Dabei hören sie immer aufmerksam zu, wenn wir in einer Pause Gäste einladen, um von ihrem Leben mit Gott zu erzählen. Immer wieder ergeben sich im Nachgang tiefere Gespräche, in denen die Sehnsucht der Generation offensichtlich wird: Die Sehnsucht nach Liebe. Das Format scheint anzukommen.

Ein paar Teams sind bisher zu jedem Turnier gekommen. Einzelne sogar mit sehr gutem sportlichen Erfolg. Die Begrüßungen fallen mittlerweile herzhafter aus – Man kennt und schätzt sich.

Die Sache mit Alexej

Seit einigen Monaten gehört Alexej auch zum Planungsteam. Er ist durch unsere erste Cage Night auf uns aufmerksam geworden und wir stehen seither regelmäßig im Kontakt. Seit zehn Jahren organisiert er Futsalturniere im Raum Nünrberg und ist ein richtiger Multiplikator in diesem Bereich. Er profitiert hierbei nicht nur von seiner jahrelangen Erfahrung als Veranstalter, sondern auch von Beziehungen zu Schulen, die uns ihre Turnhallen zur Verfügung stellen. Neulich haben wir das zweite Futsalturnier mit ihm veranstaltet. Dabei begeistert uns nicht nur sein Commitment, sondern auch die Tatsache, dass er – ohne selbst Bezug zum Glauben zu haben – uns Raum für den geistlichen Input schenkt. In den Vorbereitungen eines Turniers meinte er neulich, dass wir an dieser Stelle unsere Message platzieren könnten. Er selbst könne immer viel damit anfangen. In Kürze wird er auch zu einer Fußballschule mitkommen. Was für ein Zeugnis! Ein Mann, der nicht nur den Herzschlag für den Sport teilt, sondern auch spürt, dass etwas bei uns anders ist. Dass jemand da ist. Der durch uns spricht, in uns lebt, wirkt. Jesus!

Am Ende geht es um die Menschen

Es sind die Kontakte, die uns daran erinnern, weshalb wir unsere Arbeit machen.
Es geht uns nicht um das Promoten unserer eigenen Marke, sondern um die bedeutsamste Botschaft der Welt. Um denjenigen, der nicht nur solche Beziehungen schenkt und damit Türen öffnet, sondern der jedem der Teilnehmenden begegnen möchte.
Es ist Beziehungsarbeit, ein Format, das sich lohnt!

Der PRO11 Coaches Corner, deine Plattform für sportmissionarische Inhalte geht online.
Hier findest du alles zum Thema Sport und Glaube, sowie viele Ressourcen um selbst aktiv zu werden.

Wir wollen etwas zurück geben, und euch für euren Alltag aus- und zurüsten. Mit regelmäßigen Videos und anderen Ressourcen wollen wir euch dazu ausrüsten Gottes Liebe im Fußball weiterzugeben oder befähigt zu werden, selbst sportmissionarische Projekte ins Leben zu rufen!

Schau gerne jetzt direkt vorbei und gönn dir die ersten Inhalte:
www.pro11.org/coaches-corner

Worum gehts beim Coaches Corner? Check hier das Video aus:

 

Wenn du Fragen oder Anregungen hast, komm gerne mit uns in Kontakt!

Schreibe uns eine Nachricht direkt per Mail an:
tobias.vorholzer@campus-d.de

Olli erzählt den Jungs von Flutlicht Gelaber seine Geschichte. Wie er als Hooligan Menschen verprügelte, mehrfach im Gefängnis saß und Straßenschlachten, Fußball und Drogen lange Zeit sein Leben definierten. Hör jetzt rein und erfahre, wie es dazu kam, dass die lange Suche nach der ersehnten Freiheit im November 2002 endete.

Hier gehts zur Folge auf Spotify:

Hier zum Podcast “Flutlicht Gelaber” über iTunes:

https://podcasts.apple.com/us/podcast/flutlicht-gelaber/id1648308373

 

In der neuesten CAMPUS inside Ausgabe (1/23) nehmen wir dich u.a. mit rein

  • in eine bewegende Story des ehemaligen Oomph! Front-Sängers. Dero Goi erzählt uns seine Geschichte, wie er gegen Gott gekämpft und durch ein lebensveränderndes Erlebnis spürte, dass es tatsächlich einen lebendigen Gott gibt
  • was unsere Frieden im Herzen-Aktion im Dezember bewirkt hat
  • in ein Erlebnis unserer Studentenarbeit von CAMPUS CONNECT
  • wie es als Frau in der Fußballerwelt und in unserem Fußballministry PRO11 ist
  • uvm.

Lies jetzt die CAMPUS inside 1/23.

 

Fußballspielen mit ehemaligen Obdachlosen

In den Fußgängerzonen werden sie zumeist ignoriert, in unseren Kirchengemeinden sind sie seltener zu finden: Obdachlose Menschen. Zumeist haben wir keine Berührungspunkte mit ihnen und wenn, dann schauen wir oft beschämt weg, ignorieren sie oder wissen schlichtweg nicht, wie wir reagieren sollen. 

Dabei sind die Zahlen alarmierend: Trotz unseres Wohlstandes leben über 40.000 Menschen auf der Straße. 40.000. Unvorstellbar. Doch ist es mehr als die materielle Unterversorgung, die sich bemerkbar macht. Jeder Obdachloser trägt einen schweren Rucksack mit sich. Einen Rucksack voller Krisen, plötzlicher Schicksalsschläge sowie Verletzungen und (Sehn)süchte. Darunter sind Menschen, deren einstige Lebenslagen niemals auf ein solches Ende hingedeutet hätten. Doch kann es schnell gehen und jeden von uns treffen.

“Über was spricht man mit jemandem, der obdachlos gewesen ist?” Diese Frage habe ich mir gestellt, als ich erstmals mit PRO11 zu unserem sozialen Projekt “Heimspiel” gegangen bin. Es ist ein Projekt, das wir in Zusammenarbeit mit der Heilsarmee gestartet haben. Einmal in der Woche spielen wir in einer Halle des CVJM in Nürnberg mit ehemals obdachlosen Menschen Fußball, tauschen uns aus und erzählen von unserem Glaubensleben. Die Gruppe variiert stark und es kommen zumeist zwischen sechs und acht Personen.

Dies ist gar nicht so leicht: Eine Vielzahl meiner Themen würden sie gar nicht interessieren, ein Großteil von ihnen nicht einmal nachvollziehen können. Für sie haben ganz andere eine Relevanz. Vielmehr überlegen sie: “Wie finde ich wieder Anschluss in unserer Gesellschaft?” ” Komme ich auf der neuen Arbeit zurecht, wie strukturiere ich meinen Alltag, bleibe von schlechten Einflüssen fern etc.”

Folglich wusste ich gar nicht, welche Punkte ich ansprechen könnte: Arbeit, Familie – die Liste an möglichen Fettnäpfchen ist lang. Es ist eine mir unbekannte Lebenswelt und dennoch sind es Menschen, wie du und ich. Es sind Menschen, die Wertschätzung verdienen. Die ihre Stärken sowie Schwächen haben und eine Geschichte, die sie zu dem Menschen gemacht haben, der sie heute sind. Es sind Männer wie Frauen, junge wie alte, die ein Schicksal teilen: Der Kampf und die Sehnsucht aus der Perspektivlosigkeit. Aus einem Kreislauf, dem nur sehr wenige entkommen. Manche von ihnen waren auch schon im Gefängnis. Andere haben Dinge erlebt, die sie nur vertrauten Menschen erzählen. Für uns unvorstellbar.

Es sind Umstände, die einen selbst bedrücken. Die einen in Ohnmacht versetzen können, denn “wie kann ich schon helfen?” Ich bin kein Experte für Suchterkrankungen oder Vermittler von diversen Anlaufstellen. Ich kann keine Schicksalsschläge rückgängig machen oder ein Wundermittel finden, durch das alle ihr Leben wieder in den Griff bekommen. 

Dies wäre schön, ist jedoch alles andere als leicht. 

Dafür sind andere zuständig, die besseren Ansprechpartner. Dennoch können wir als Team von PRO11 einen Unterschied machen. 

In unserem PRO11 Team befinden sich gelernte Sozialarbeiter, doch geht es beim Heimspiel um mehr als um sozialpädagogische Kompetenzen. Es geht um Gemeinschaft. Darum, nicht einfach nur zu kicken, sondern den Menschen zu sehen. Wertzuschätzen, Mut zu machen. 

Einzelne Teilnehmer haben mit enormen Selbstzweifeln zu kämpfen. Lobende Worte prallen oft auf eine Wand. Dies zerreißt einem das Herz, da es die Tiefe und Vielfältigkeit des Leides aufzeigt. Doch lassen wir nicht locker. Wir bleiben da, suchen den Kontakt. Wir nehmen Anteil an ihrem Leben und Erleben. Wir erzählen von uns, unserem Glauben. Dem, der ihnen wirklich helfen kann und Freiheit schenken möchte. Einem Gott, der unser Leben bereichert und unter eine neue Perspektive und Hoffnung gestellt hat. 

Wir können uns nicht in ihre Lage versetzen, doch können wir den bezeugen, der jedes Haar auf ihren Haupt gezählt hat. Der für sie gestorben ist. Sie unheimlich liebt, einen Plan für sie hat. 

Daran glaube ich. Davon sprechen wir. Deshalb sind wir da.

Natürlich; ein Job und ein Dach über dem Kopf sind enorm wichtig, ebenso die zwischenmenschliche Begegnung und der Ausdruck von Liebe.

Dabei werden wir als PRO11 Mitarbeiter selbst unheimlich bereichert. Wir lernen Empathie, bekommen ein neues Bild bezüglich unserer Problemlagen und der Lebenswelt von anderen. Wir werden beschenkt mit dem kurzen Moment des Lächelns, der Freude nach einem guten Spielzug und Abschluss. 

Wir hören erstaunliche Lebensgeschichten, lernen Dankbarkeit und Dinge im Gebet vor Gott zu bringen. 

Denn in solchen Momenten zeigt sich, dass er der einzige ist, der ihnen ein Fundament und Hoffnung geben kann.

Er ist es, den wir bezeugen wollen.

 

David Marzluf – PRO11 Marketing